Sicherlich eine der bedeutendsten Städte Fuerteventuras ist die einstige Hauptstadt Betancuria, die der Reisende im westlichen Inselteil Fuerteventuras findet. Heute leben in der Stadt sowie in der gleichnamigen Gemeinde rund 705 Einwohner, wobei man angesichts dieser Zahlen sagen kann, dass Betancuria als eine der schwach besiedeltsten Regionen anmutet.
Jedoch versprüht die Stadt im Rahmen ihrer bedeutenden Vergangenheit auch heute noch einen Charme, denn so manche bevölkerungsstarke Stadt niemals erreichen wird. Die Würde und die geschichtliche Bedeutung wird in dieser Region auf eine Weise wiedergegeben, die ihr einen unverfälschten Charakter verleiht. So ist man sich heute noch bewusst, dass die Gründung der Stadt im 14. Jahrhundert durch den legendären normannischen Adligen Bethencourt erfolgte und dieser sie als damalige Hauptstadt auserkoren hat.
Aus dieser Epoche des gut 400 Jahre andauernden Ruhms als Hauptstadt stammt auch die Kirche Santa Maria, die als erste Kathedrale der kanarischen Inseln gezählt wird. So wurde hier im Jahre 1424 ein Bistum gegründet und auch heute erstrahlt dieses Gotteshaus in einer unendlichen Schönheit, dass der Kirche den Titel der schönsten Kirche auf Fuerteventura verlieh.
Da jedoch auch Betancuria im Verlauf der zahlreichen Seeschlachten nicht von Angriffen verschont geblieben ist, verdankt man das heutige gut erhaltene Stadtbild dem unermüdlichen Einsatz der Bewohner. Denn seit jeher bauten diese ihre Stadt nach den vermehrten Angriffe und Plünderungen immer wieder auf, und man kann daher heute hier eine der schönsten Inselstädte bewundern. So sollte man nicht versäumen, die sehenswerte Ruinen des Franziskanerklosters zu besuchen, dass als eines der ersten auf den Kanaren gilt. Lohnenswert ist auch ein Besuch des archäologisches Museums sowie des traditionellen Heimatmuseums, dass Aufschluss gibt über die Mentalität der Inselbewohner und deren Brauchtümer. Natürlich sind auch die Straßen von dieser Stadt besonders objektiv, da diese gesäumt werden von herrlichen Bauwerken aus den frühzeitlichen Epochen.
Höhepunkt einer jeden Erkundungstour ist jedoch zweifelsohne der Besuch des Mirador de Morro Vellosa, dem Aussichtspunkt der Region Betancuria. Errichtet vom legendären Cesar Manrique, dem skurrilen aber faszinierenden Künstler der Kanaren besticht dieses Bauwerk durch seine Integration in die Natur und offenbart einen freien Panoramablick auf die wunderbare Landschaftskulisse. .
Text von Claudia Schleicher
