An der Ostküste der Insel Fuerteventura findet man die touristische Hochburg Caleta de Fuste, die ohne schlechtes Gewissen als reine Touristenstadt bezeichnen kann. Zwar leben hier auch einige dauerhafte Inselbewohner, die jedoch überwiegend Einwanderer sind und von einigen ursprünglichen Einheimischen ergänzt werden. Daher gibt es für diese Region keine aktuellen Einwohnerzahlen, da viele der angesiedelten Auswanderer aufgrund fehlender Sprachkenntnisse die Eintragung versäumen. Man kann jedoch davon ausgehen, dass gut zwei Drittel der dauerhaften Bewohner eine andere Staatsbürgerschaft als die der Spanischen besitzen.
Caleta de Fuste ist zwar ohne Zweifel ein wahres Paradies für den verwöhnten Urlauber, da hier alle Ansprüche ohne Einschränkungen erfüllt werden. Allerdings muss man sagen, dass die bedeutende charakteristische Art der Kanaren hier in den Hintergrund gerückt wurde. Vorrangig präsentiert sich auf diesem Areal eine wahre Meisterleistung der touristischen Architektur, die unzählige Hotels, Bungalows sowie Ferienhäuser beinhaltet. Die Anlage kann man in drei Bereiche unterteilen, die jedoch aufgrund der zunehmenden Bebauung ineinander übergreifen. So findet man hier einen wachsenden Außenbereich, der sich zunehmend entlang der Ostküste ausbreitet. Der Innenbereich, der einer Stadt gleichen sollte ist gekennzeichnet von einer sehr engen Bebauung, die nur durch die zahlreichen Poolanlagen aufgelockert wird. Ebenfalls findet man hier einen 18- Loch Golfplatz vor, der seit geraumer Zeit von einem zweiten ergänzt wird.
Das in dieser Region der Tourismus im Vordergrund agiert, und man möglichst hohe Reisezahlen verzeichnen möchte wird allein aufgrund der Namensgebung deutlich. So liegt es im Auge des Betrachters, ob der gewünschte Name Costa Caleta “schicker” ist als der ursprüngliche Name. Denn seit jeher liegt es im Augenmerk der touristischen Verwaltung diesen vorrangig werbewirksam zu platzieren. Daher findet man auf den zahlreichen Wegweiser zu dieser ohne Zweifel herrlichen Bucht vier verschiedene Namensschilder, die jedoch allesamt den gleichen Ort bezeichnen.
Caleta de Fuste stand auch im Rahmen der Wiedervereinigung Deutschland im internationalen Mittelpunkt. Denn damals vermutete man, dass zahlreiche Hintermänner und bedeutende Persönlichkeiten des Staates hier finanziell agiert haben und mit Gelder ostdeutscher Organisationen gewirtschaftet haben. In wie weit diese Gerüchte den Tatsachen entsprechen kann man nicht objektiv nachvollziehen. Jedoch standen nach einer Veröffentlichung eines solchen Artikel zahlreiche Gebäude der Anlage plötzlich zum Verkauf, was aber auch ein Zufall sein könnte.
Objektiv lässt sich zusammenfassen, dass Caleta de Fuste eine gute Reiseoption für den Touristen ist, der vorrangig sich erholen und verwöhnen lassen möchte. Wer jedoch in charakteristischer Atmosphäre verweilen möchte, wird hinsichtlich des Massentourismus hier sicherlich nicht glücklich. Allerdings eignet sich diese Anlage für etwaige Ausflüge in die nahe Umgebung.
Text von Claudia Schleicher
