Am westlichsten Inselzipfel Fuerteventuras findet man den kleinen Ort Cofete, der mit einen eigenartigen Charakter aufwartet. So findet der Reisende hier zahlreiche kleine bewohnte Hütten vor, die von einer Einfachheit geprägt sind an der man mutmaßen kann, dass sie ärmlichen Verhältnissen entstammen. Im Kontrast dazu findet man in diesem Ort ein Lokal, welches alleine durch seine Bauweise distanziert erscheint und ergänzt wird von einer wundervollen prächtigen Villa. Diese Villa Winter ist mit zahlreichen Gerüchten und Spekulationen umgeben, seit sie nach Ende des zweiten Weltkrieges erbaut wurde.
Benannt wurde diese Villa nach dem in Deutschland geborenen Gustav Winter, der seit dem Jahr 1915 in Spanien tätig war. Über diesen 1893 geborenen Mann kursieren ebenfalls zahlreiche Spekulationen die besagen, dass dieser dieses Domizil einrichtete um Nazigrößen zu beherbergen und es angeblich als geheimen Bunker während des zweiten Weltkrieges nutzte. Dies wäre umso erstaunlicher, da Gustav Winter als einer der führenden deutschen Ingenieure galt und keine nachweisliche Verbindung zu Nationalsozialistischen Größen belegt.
Diese zahlreichen Gerüchte wurden daher trotz intensiver Recherche niemals nachweislich belegt, aber eben auch nicht wiederlegt. So mutmaßt man anhand der Architektur und den angeblichen meterdicken Schutzmauern, dass hier die Federführung des bedeutenden deutschen Ingenieurs der damaligen Epoche erkennbar ist, der im Auftrag von einer unbekannten Größe agierte. Ohne Zweifel jedoch stellt das angebliche Domizil eines deutschen führenden Generals aufgrund seiner massiven unkonventionellen Bauweise eine ungewöhnliche Offensive dar. Mysteriös mutet auch für viele Spekulanten an, dass man bis heute nicht nachvollziehen kann, in welchem Besitz sich die Villa heute befindet. Natürlich bietet diese Tatsache Basis für zahlreiche weitere Gerüchte. Dies ist jedoch aufgrund der eigentümlichen Registerbestimmungen von Spanien keine Seltenheit und beherbergt daher nur einen Hauch von mystischer Nostalgie.
Gesättigt werden diese zahlreichen Vermutungen zudem von dem dort befindlichen Friedhof, der auf einstigen militärischen Areal ist und auch in Zusammenhang mit Winter gebracht wird. In wie weit diese zahlreichen Gerüchte einen wahren Kern beinhalten, kann man angesichts der gegenwärtigen Situation nicht sagen.
Doch in Hinblick auf diese tatsächlichen Offensiven und den zahlreichen suspekten Begebenheiten kann man sagen, dass von diesem Ort eine eigenartige Atmosphäre ausgestrahlt wird, die jedoch im akzentreichen Kontrast zur herrlichen Landschaft steht.
Text von Claudia Schleicher
