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La Olivia

In der nördlichen Inselregion von Fuerteventura findet man die Gemeinde La Oliva, deren Mittelpunkt die gleichnamige Stadt ist. Auf einer beachtlichen Größe von rund 360 km² leben in diesem Gemeindegebiet rund 19 Tausend Einwohner in 12 zugehörigen kleinen Orten.

Anhand des Namens kann man davon ausgehen, dass in der Vergangenheit in dieser Region vermehrt der Olivenanbau stattgefunden hat, wenngleich man heute diesen nicht mehr als Einnahmequelle dotieren kann. Vielmehr steht hier der Tourismus sowie die Erträge der Landwirtschaft im Augenmerk, da La Olivia führend ist im Feldanbau.

Das diese Region vermehrt im touristischen Interesse steht, ist hinsichtlich der wundervollen Landschaft sowie der geschichtlichen Prägung sicherlich verständlich, zumal man hier zahlreiche Sehenswürdigkeiten vorfindet. So ist sicherlich der stattliche Herrensitz Casa de Los Coroneles aus dem 17. Jahrhundert eine besonders bereichernde Offensive, da dieser Bau im spanischen Kolonialstil besticht und mit seinen vorhandenen Zinntürmen eine beachtliche Ausstrahlung besitzt. Einst stolzer Privatbesitz, steht es heute unter Denkmalschutz und beherbergt ein historisches Archiv sowie ein Museum.

Für interessierte Reisende die der Kunst der sakralen Kirchenarchitektur verfallen sind, ist ein Besuch der aus dem 18.Jahrhundert stammenden Pfarrkirche de Candelaria unerlässlich. Einst zum besonderen Kulturgut ernannt ist ihr Herzstück das überdimensionale Gemälde des Jüngsten Gerichtes, dass besonderer Federführung entstammt. Ergänzt wird das sakrale Angebot an Sehenswürdigkeiten von der Kapelle der heiligen Dolores, deren Bau aus dem 18. Jahrhundert etwas außerhalb der Stadtmitte zu finden ist. Interessant zu betrachten ist auch das Centro de Arte Canario, welches einst ein herrschaftliches Anwesen war und heute als Galerie für junge kanarische Künstler dient. Hier findet man beeindruckende Werke und kann den Gedanken an die oftmals tiefsinnigen Illustrationen im angrenzenden Palmengarten verinnerlichen.

Besonders attraktiv erscheint auch das Landwirtschaftsmuseum sowie das Museo Casa Marco, in dem als Reisender eingeweiht wird in die traditionelle Herstellung von landestypischen Erzeugnissen. So wird der Besucher eingeweiht in die handwerkliche Kunst der Schnitzerei sowie des Töpfers, und kann erleben wie der bekömmliche Ziegenkäse hergestellt wird. Hier ergibt sich zusätzlich die Möglichkeit, diese Produkte für den Genuss in heimischen Gefilden zu erwerben.

Nahe der Stadt La Olivia findet man auch den heiligen Berg Tindaya. Dieser war bei den Ureinwohner eine besondere Stätte, und man kann hier noch die letzten Reste einer prähistorischen Besiedlung vorfinden. Auf diesem Areal befindet sich auch einer der wenigen Vulkane, der zuletzt vor über 4000 Jahren aktiv war. Aufgrund dieser “nahen” Begebenheit kann man anhand der sichtbaren Lava noch keine Verwitterungserscheinungen feststellen und daher ist die Fruchtbarkeit nahe dieses Areal nicht besonders geschätzt. Dies erklärt warum viele Einheimische dieses Stück Land als Malpais bezeichnen, was frei übersetzt schlechtes Land bedeutet. Allerdings steht dies im wesentlichen Kontrast zur weiteren landschaftlichen Prägung.

Der Grund warum sich das übrige Land in verhältnismäßiger Fruchtbarkeit zeigt, liegt nicht zuletzt an dem seit den 50ziger Jahren eingeführten Bewässerungssystems. Dieses filtert aus den nordöstlichen Passatwinden mit Hilfe von Lavagranulat die Feuchtigkeit und sorgt so für eine ausreichende Bewässerung der Dünenregion.

Text von Claudia Schleicher