Die südlichste aller Gemeinden auf Fuerteventura ist Pajara. Auf einer Gesamtfläche von rund 383 km² leben in dieser Region rund 18,5 Tausend Einwohner, wobei viele in der gleichnamigen Hauptstadt leben. Das Einzugsgebiet dieser Region erstreckt sich bis in den südlichsten Inselteil und umfasst daher alle touristischen Hochburgen wie etwa Morro Jable oder auch Costa Calma. Diese Regionen zeichnen sich besonders durch ihre zahlreichen Vorzüge der Modernen aus und lassen sicherlich keine touristischen Wünsche entstehen.
Aber auch die Hauptstadt Pajara ist eine besonders lohnenswerte Offensive. So findet man in dieser Küstenstadt die im 17. Jahrhundert erbaute Kirche Senora de Regla, die zu Ehren der Schutzpatronin erbaut wurde und eine lohnenswerte Option für jeden Liebhaber der kirchlichen Architektur ist. In unmittelbarer Nähe dieses Gotteshauses findet man die sehenswerte Gemeindebibliothek, die zugleich historisches Archiv ist und ergänzt wird vom Museum der kanarischen Handwerkskunst. Einen baulichen Kontrast zu diesen genannten Bauwerk bildet das moderne Rathaus, das von gegenwärtiger Architektur geprägt ist. Besonders beliebt ist auch das alte Wasserrad aus dem 19. Jahrhundert, dass in damaliger Epoche die Menschen mit Wasserversorgte und als natürliche Antriebskraft diente. Als besondere Sehenswürdigkeit kann man gerade in Pajara auch die landschaftliche Kulisse anführen, die hier auf einmalige Weise vom Fenduca Berg dominiert wird, der eine besonders reizvolle Bereicherung darstellt und zu dessen Fuße die Stadt erbaut ist.
Pajara kann man ohne Zweifel als durchaus wohlhabende Stadt bezeichnen. Dies liegt einerseits an dem vermehrten touristischen Interesse das die Stadt allgegenwärtig vernimmt. Andererseits verfügt diese Region seit jeher über beachtliche Einnahmen aus der Landwirtschaft und der Viehzucht. Hierzu gesellt sich noch die ertragsreiche Produktion von Karmin, dass mit Hilfe der roten Schildlaus auf den Feigenkakteen Feldern gewonnen wird.
Interessanterweise leitet sich der Name der Stadt aus dem andalusischen Wort Barranco de Pajara ab, was frei übersetzt Rebhuhn heißt. Erstmals geschichtlich im Jahre 1612 erwähnt, kann man heute nur mutmaßen, ob es vielleicht damals vermehrt solche fedrigen Gesellen in dieser Region gab. Keine Vermutung hingegen ist die Tatsache, dass Pjara seit jeher von Reichtum geprägt war und sich auch von Rückschlägen wie der Hungersnot im 17. Jahrhundert schnell regenerierte.
Heute hingegen findet man natürlich keine Hungersnot mehr vor, und man muss vielmehr in Hinblick auf die vielfältige kulinarische Offenbarung eine schwer anmutende Entscheidung treffen. Denn die zahlreichen Köstlichkeiten die man in den gut geführten Restaurante von Pjara anbietet, stellen jeden Besucher vor die Qual der Wahl.
Text von Claudia Schleicher
