Als Hauptstadt der Insel Fuerteventura wird die 30,6 Tausend Einwohner zählende Stadt Puerto del Rosario genannt. Diese befindet sich mit ihren zahlreichen zugehörigen Gemeindegebieten an der Ostküste der Insel und wartet mit einer gesamten Gemeindefläche von rund 290km² auf.
Im Jahre 1860 löste der heutige Verwaltungsmittelpunkt Fuerteventuras die damalige Hauptstadt Betancuria ab, wobei der Name Puerto del Rosario erst im Jahre 1950 Erwähnung fand. Zuvor war die Stadt als Puerto del Cabras bekannt, was frei übersetzt Ziegenhafen bedeutet. Da jedoch eine der besonderen Sehenswürdigkeiten der Insel die Rosenkranzkirche ist, benannte man vielleicht auch aus Werbegründen den Ort kurzerhand um. Heute jedoch bezeichnet man weiterhin das südliche Tal der Stadt als “Ziegenhafen”.
Neben dieser genannten Kirche besitzt die Stadt zahlreiche weitere sakrale Bauwerke, die man allesamt als besonders sehenswert einstufen kann. So wird die Rosenkranzkirche am zentralen Plaza von der Kirche der Heiligen Santa Anna sowie von der Iglesia Santa Domingo ergänzt. In kanarischer Bauweise errichtet, stellen diese Gotteshäuser für jeden interessierten Liebhaber sakraler Kirchenkunst eine besondere Bereicherung dar. Besonders lohnenswert ist auch ein Besuch des Museum Miguel de Unamuno, dass an den bekannten Stiefsohn der Insel erinnert. Unamuno war ein berühmter Schriftsteller, der seinerzeit auf diese Insel in atlantischen Ozean verbannt wurde, aber die Welt um zahlreichen Schriften bereicherte. Interessanterweise ist dieses Museum in dem Gebäude untergebracht, in dem der anerkannte Philosoph seinerzeit lebte. Eine Bereicherung von gänzlich anderer Seite hingegen ist das Auditorium von Puerto del Rosario, dass Platz bietet für rund 600 Zuschauer die hier den zahlreichen Aufführungen Gehör schenken können.
Puerto del Rosario wurde im 18. Jahrhundert gegründet, wobei man diese späte erstmalige Besiedlung darauf zurückführt, dass viele Menschen aufgrund der zahlreichen Piratenangriffe diese Küstenregion früher mieden. Seit Beginn des 19. Jahrhundert kann man die Stadt an der Ostküste als eine der florierendesten Städte bezeichnen, da hier seit jeher ein reger Handel mit regionalen Gütern bestand. Einst angefacht von den britischen Seeleute steht Puerto del Rosario heute im weltweiten Interesse, und zählt als Hauptlieferant für den färbenden Rohstoff Karmin sowie für regionale landwirtschaftliche Erträge. Angesichts dieser wirtschaftlichen Agierung ist man heutzutage fern von der Phase des Jahres 1930, als Fuerteventura als globaler Verbannungsort angesehen wurde.
Text von Claudia Schleicher
