Eine der sechs Gemeinden Fuerteventuras ist die Gemeinde Tuineje, die man im zentralen Inselpunkt findet. Die Hauptstadt dieser 276 km² großen und rund 13 Tausend zählenden Gemeinde ist die gleichnamige Hauptstadt Tuineje.
Besonders sehenswert ist in dieser entzückenden Stadt die Ende des17. Jahrhunderts erbaute Kirche San Miguel Arcangel, die im zweischiffigen Stil erbaut wurde und so an eine gotische Architektur anmutet. Zu Ehren des Heiligen San Miguel erbaut, erinnert heute noch das alljährliche stattfindende Fest an eine wahre Begebenheit. So erzählt man, dass bei einem einstigen Überfall durch die Briten die Statue des heiligen San Miguel einen Arm verlor. Aus Zorn darüber soll der Schutzpatron dem Dorf bei einem erneuten Überfall der Briten zum Sieg verholfen haben, der ansonsten aussichtslos erschien. So konnten die damaligen Bewohner sich nur mit Hilfe von zahlreichen Dromedaren einen natürlichen Schutzwall errichten, und wenige Bauern schlugen mit einfachen Gerätschaften den britischen Expeditionstrupp in die Flucht. An diese Begebenheit erinnern auch heute noch die beiden beschlagnahmten Kanonen, welche den Eingang des Inselmuseum in Betancuria rahmen.
Ebenfalls sehr lohnenswert ist ein Besuch der Kapelle de San Marcos, die Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wurde. Im Inneren findet man die typische schlichte Bauweise des Franziskanerordens, der als erster Orden auf den Kanaren gezählt wird.
Die weltlichen Sehenswürdigkeiten reduzieren sich in Tuineje auf den beachtlichen Leuchtturm aus dem Jahre 1953. Zwar ist dieser nicht von historischen Wert gebrandmarkt, aber seine Bauweise gilt als einzigartig im kanarischen Raum. Ebenfalls eine lohnende Option ist ein Besuch des größten Kalkofens Fuerteventuras, den man hier vorfindet. Dazu muss man erläutern, dass Kalkstein seit jeher ein besonders wichtiges Exportgut der Frühlingsinsel war und ist.
Zwar besitzt Tuineje keine seitenlange Auflistung historischen Sehenswürdigkeiten, doch kann man nicht umgehen, dieser Stadt eine besondere Ausstrahlung zuzugestehen. So erstrahlt die Stadt in einem typisch kanarischen Ambiente, dass gerade in einer Zeit der touristischen Hochphasen nicht von Alltäglichkeit geprägt ist. Doch gerade in dieser Region findet man als Reisender zu den Wurzeln der Kanaren, zumal sich hier die Einheimischen als besonders erklärungsfreudig zeigen und gerne von ihrer Vergangenheit erzählen. Somit erlebt jeder Besucher die Insel Fuerteventura von ihrer ehrlichsten Seite, denn kein Reiseführer kann die Mentalität eines Landes besser beschreiben als die Bewohner selbst.
Text von Claudia Schleicher
